ACHTUNG !!! Abzocke in Kleinanzeigen-Portalen

Da die ebay Gebühren exorbitant hoch sind, vor allem, wenn man mal wieder sein fotografisches Equipment erneuern möchte, spart man sich gerne die 10% Gebühr, was bei einem 500,- EUR Objektiv schlappe 50,- EUR ausmacht… gut gerechnet…;-)

Schnell landet man in Kleinanzeigenportale, wie ebay Kleinanzeigen, Quoka, etc. Ursprünglich gedacht als Portal für lokale Verkäufe, daher ausgestattet mit einer Umkreissuche, so dass man sich die Ergebnisliste eingrenzen kann und bei einem Kaufabschluss mal eben mit dem Auto die Ware abholen kann und Bar bezahlen.

Allerdings gibt es bei bestimmten Waren, wie Objektive, Kameras oder sonstige elektronische Artikel nur eine handvoll Ergebnisse. Also bietet es sich an, die Ware per Paket zu liefern bzw. zu empfangen. box-686314_1280

Hier ist das Dilemma… Man möchte die Ware erst losschicken, wenn das Geld da ist und der Käufer möchte erst bezahlen wenn die Ware da ist.

Da gerade wieder einmal eine alte Abzocke umgeht, welche genau hier versucht, anzugreifen, ist Vorsicht angesagt!
Erst diese Woche wollte ich mein Weitwinkelobjektiv verkaufen, als eine Dame aus Denmark in gebrochenem deutsch auf mein Angebot einging. Ich habe ihr angeboten, das Geld zu überweisen, worauf sie diesen Vorschlag ohne Rückfragen oder Preis Nachverhandlung akzeptiert hat (was mich schon etwas gewundert hat).
Dann kam eine sehr umfangreiche E-Mail von der „Bank of America“, alles english, aber optisch sehr ansprechend mit Logo und scheinbar fehlerfrei.

Nun heißt es, stutzig zu werden!
Hier wird man aufgefordert, das Paket in Versand zu geben, den Paketschein zu senden per E-Mail, dann würde die Zahlung ausgeführt werden.

Hier mal ein Auszug:

This is an automated generated email from Bank of America™ to inform you that an online transfer was made on your behalf from our bank for your Item (Canon EF-S 10-22mm 1:3.5-4.5 USM) which has been confirmed and approved. The amount of €396.00 was paid in today by (Mrs Sabine Bxxxxx) at 11:38 GMT. You are required to make the shipment of the item as soon as possible and get back to us with the shipment tracking number before this payment can be proceeded to your International account.

Liebe Leute, das ist Schwachsinn, BITTE NICHT DAS GEHIRN AUSSCHALTEN!!!
Gerade bei Lieferungen ins Ausland könnt ihr Eure Ware abschreiben, wenn ihr darauf reinfallt.

  1. Von dieser Zahlart habe ich noch nie etwas gehört
  2. Bitte bei solchen Schreiben den Absender prüfen: Servicetransferhelp@consultant.com
    Dies hat mit der Bank mal gar nichts zu tun.
  3. Grundsätzlich bei Anfragen von Interessenten oder Käufern mit GMX Adressen (oder ähnlichen Providern, die keine Personenüberprüfung durchführen), Vorsicht walten lassen!
    Diese Adressen können in 5 Minuten erstellt werden und da kann alles möglich versendet und gefaked werden.

Aber es gibt ein paar bewährte Möglichkeiten, welche für beide Seiten tragbar sind und Sicherheit bieten.

  1. Der gute, alte Versand per Post-Nachnahme. Man gibt sein Paket bei einer Postfiliale ab, bezahlt die Paketgebühren und bekommt einen Einlieferungsnachweis mit Nachverfolgungsmöglichkeit. Der Paketdienstfahrer liefert die Ware persönlich ab und kassiert in BAR das Geld vom Empfänger, Abschließend dauert es ein paar Tage, dann ist das Geld auf dem Konto des Absenders.

Funktioniert, ist günstig, aber umständlich in der heutigen Zeit:

  • bis 3500,- maximal möglich bei überschaubaren Gebühren von 4,90,- innerhalb von Deutschland + 2,- EUR, die der Empfänger bezahlen muss. Bei teuren Artikeln aber überlegenswert.
  • EU-Ausland geht mit 5,50 EUR durch bis max. 1000,- EUR Warenwert. Hier kommen jedoch noch Spesen von der Bank, die bis zu 30,- EUR betragen können.
  • Paket muss während der Öffnungszeiten eingeliefert werden. Es dauert, bis alle Daten – etwa Bankverbindung – aufgenommen sind.
  • Der Empfänger MUSS Bar bezahlen, was bei einigen hundert Euro für Unmut sorgt. Wer möchte immer so viel Geld im Hause haben.

2. Bezahlung über Paypal. Ein Konto ist schnell beantragt und über das Post-Identverfahren wird ein Inhaber eines Kontos eindeutig identifiziert. Das Führen eines solchen Kontos ist kostenlos, der Verkäufer hat allerdings Gebühren von aktuell 1,8% zu entrichten. Dies wird bei Bezahlung des Käufers direkt abgezogen. Macht in dem Beispiel 500,- EUR Umsatz dann 9,- EUR Abzug.

Aber…

  • Das Bezahlverfahren ist sicher, da es wie eine Versicherung agiert. Bei Problemen kann man eine Beschwerde öffnen und sein Geld zurückfordern.
  • es ist extrem schnell. Innerhalb einer Minute nach der Anweisung ist das Geld beim gegenüber eingetroffen und man wird per E-Mail ber die Bezahlung informiert.
    Dadurch kann man praktisch sofort mit dem Versand beginnen.
  • Durch die eindeutige Personenidentifizierung gibt es eine juristische Person hinter dem Geschäft, dies ist bei Forderungen wichtig.

Wer noch weitere sichere Zahlarten kennt, mag dies bitte in der Kommentaren eintragen. Ich freue mich auf weitere Tipps.

Ist euch auch schon mal ein solcher Betrugsversuch untergekommen?
Oder seid ihr gar Opfer geworden. Bitte berichtet von eurem Schicksal, nur so kann den Machenschaften der Verbrecher Einhalt geboten werden.

Viele Grüße und haltet die Augen offen,
Euer Horst

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