Cloud-Lösungen für das Kleingewerbe

Die Fotografen kennen sie vermutlich schon, und sei es nur, weil es Adobe Programme bald nur noch aus der Cloud gibt.
Nun wundert sich der eine oder andere, werden doch die Programme ganz gewöhnlich lokal auf dem eigenen Rechner installiert. Eine richtige Cloudlösung ist dies jedoch nicht, auch wenn Adobe zusätzliche Funktionen in der Wolke (Cloud) bereitstellt, um diese auf verschiedenen Rechnern oder Tablets zur Verfügung zu haben. Dies sind etwa Pinsel, Einstellungen, Bilder, etc., also im eigentlichen Sinne werden in diesem Beispiel nur Arbeitsdaten in der Cloud abgelegt. Ein richtiger Zugriff von überall funktioniert so erst mal nicht.

Von dieser Sichtweise aus betrachtet sind die eigentlichen Cloudlösungen z.B. die vielfach bekannten Online-Speicher Anbieter, wie Dropbox, Onedrive, etc. Hier ist es tatsächlich möglich und inzwischen liebe ich diese Funktionalität, wirklich von überall darauf zugreifbar. Wenn ich bei einem Freund bin und mal schnell meine Urlaubsbilder zeigen will, setze ich mich an seinen Rechner und öffne mein Onedrive im Browser. Dies ist nun tatsächlich eine Cloud-Lösung, also Zugriff und Bedienung bzw. Funktionalität von überall möglich, weltweit. Einzig, ein Internetzugang muss vorhanden sein… das ist nun mal die Mindestanforderung an eine Cloud-Lösung und dann im Idealfall noch ein beliebiger, Herstellerunabhängiger Browser, so dass von jedem Betriebssystem, ob WIndows, MacOS, Android, etc. Zugriff auf seine Daten und Lösung hat.

Hier mal eine Ansicht auf Onedrive:
OneDrive

Microsoft ist schon seit einiger Zeit in der Cloud. Seit Juni 2011 gibt es erste Lösungen unter dem Namen Office 365 (davor noch sehr rudimentär als Online Suite) und auch, wie bei Adobe mit den Anwendungen lokal installiert, mausert sich Office 365 zum Schlager, der auch bezahlbar bleibt.

Apropos bezahlen, das ist der entscheidende Unterschied zu „normaler“ Software, Cloud Lösungen werden gemietet zu monatlich überschaubaren Preisen. Bei Vorauszahlung für 1 Jahr gibt es von allen Anbietern noch Rabatt.
So kostet z.B. mein Adobe Fotopaket mit Lightroom CC und Photoshop CC 11,86 Euro je Monat, Office Home 8,25 EUR, Installation auf 5 Arbeitsplätze erlaubt oder für 10,90 die gewerbliche Lizenz. 

Dies hat einige Vorteile für die Hersteller: es gibt keine Raubkopien mehr, Updates, z.B. Patches für Sicherheitslücken müssen bei einer reinen Cloudlösung nicht erst auf Millionen von Rechnern installiert werden, sondern es werden die Änderungen auf den Servern im Rechenzentrum der Hersteller installiert und stehen allen Anwendern zur Verfügung. Ausnahmen sind natürlich die lokal installierten Programme, da ändert sich nichts.

Aber es ist inzwischen durchaus möglich, E-Mail, Word, Excel, OneNote direkt im Browser (teilweise nicht mit vollem Funktionsumfang) zu nutzen bzw. zumindest von einem beliebigem Standort aus einzusehen, hier mal ein Beispiel aus Word Online:

word online

Aber auch der Anwender bekommt einen anständigen Mehrwert in der Cloud gegenüber einer gekauften Software.

  • Zugriff weltweit
  • Oftmals, auch bei lokal installierter Software, darf diese auf mehreren Rechnern installiert werden
  • Apps für verschiedenen Betriebssysteme
  • Zugriff über webbrowser
  • immer aktuelle Software
  • Anbindung an verschiedene Online Speicher (Dropbox, Onedrive, etc)

Und in Unternehmen kommt noch der unschätzbare Vorteil, keine Lizenzverstöße unabsichtlich zu tätigen, wenn Mitarbeiter das Unternehmen verlassen und noch Softwareinstallationen auf Notebook oder Heim-PC vorhanden sind. Einfach im Office 365 Portal den Mitarbeiter deaktivieren und nach spätestens 30 Tagen lässt sich Word, Excel und sonstige Programme nicht mehr starten. Bei Adobe verhält sich dies ganz ähnlich, auch hier lassen sich je Anwender die Software zweimal installieren und diese prüft monatlich, ob das Abonnement noch aktiv ist.

Wer nicht mit Office oder einem sonstigen Textprogramm seine Rechnungen schreibt, weil bei einem Kleinbetrieb ja noch mehr dazugehört und nicht gleich Tausende von Euro ausgeben will, trotzdem aber seine Kunden, Lieferanten, Artikel pflegen will, Angebote, Lieferscheine oder Rechnungen erstellen möchte inkl. Mahnwesen, für den bietet die Cloud inzwischen eine Vielzahl an unterschiedlichen Lösungen, mal mehr, mal weniger bezahlbar.

Ich selbst habe mich für die schwedische Lösung Fortnox entschieden, welche ebenfalls vollständig im Browser läuft und eine Vielzahl an Modulen hat. Hier sind für jedes Modul 4,90 EUR im Monat fällig. Im Idealfall für Kleinstgewerbetreibende das Modul Rechnung für Kundenstamm, Rechnungen schreiben, Zahlungseingänge überwachen und Mahnwesen.

Darüber hinaus gibt es jeweils noch Module für

  • Buchhaltung
  • Zeiterfassung
  • CRM
  • Angebot
  • Depot (Dokumenten-/Belegarchiv)
  • Einkauf

Auf diese Lösung gehe ich nach meine Urlaub in einem späteren Blog ein. Da ich diese Lösung auch beruflich anbiete, freue ich mich, wenn ihr euch über die Fortnox Anmeldung für einen 30-tägigen kostenlosen Test anmeldet, hier könnt ihr alle Cloud Module ausgiebig prüfen.

Risiken der Cloud. Ja, das ist ein heikles Thema, wenn man selbst kaum etwas zu verbergen hat. Ich kann hier nur meine eigene bescheidene Meinung äußern, da jegliche Meinung zu heftigen Diskussionen führt. Seid bekannt ist, dass unser großer Bruder hinterm Teich uns ausspioniert (nicht erst seit letztem Jahr) und dies inzwischen in der Öffentlichkeit angekommen ist, ist auch das Thema Cloudlösung und die Datenspeicherung in der Cloud sehr umstritten.

Ich drücke es mal so aus… Als kleiner Anwender oder Kleingewerbetreibender hat man selten das Geld oder die Möglichkeiten, sich irgendwie finanzierbar so abzusichern, dass die „Spionagevereine“ an unsere Daten rankommen. Müssen sie in der Regel ja auch nicht, da bereits ein Großteil unseres Lebens im Internet stattfindet. Sei es E-Mail, Facebook, Twitter, Whatsapp, oder auch nur das „normale“ surfen. All dies kann und wird bei Bedarf überwacht. (manchmal auch ohne Bedarf…).

Wer macht von euch Online Banking? Peng… und wieder wird mitgehört. Übertragung der Steuermeldungen gehen inzwischen ausschließlich Online, Papier ist nicht erlaubt. Und wieder hört jemand mit bzw. die Behörden sind zur Einsicht verpflichtet.

Manch einer ahnt gar nicht, wie viele Informationen öffentlich zugänglich bereitgestellt werden, wenn man eine Firma hat. Schaut doch mal im Internet in den Bundesanzeiger rein. Da lassen sich eine Menge Zahlen von vielen Firmen auslesen, und das von Otto-Normalverbraucher.

All denjenigen kann ich die Cloud nur empfehlen, da die Cloud sehr komfortabel ist, einen riesigen Spielraum an Möglichkeiten bietet und durch die monatliche Zahlung bleibt das Budget frei für größere Investitionen, wie ein neues Objektiv, Auto, etc.

book-283245_640

Alle Unternehmen, die Entwicklung, Forschung etc. betreiben, bei denen alleine das Wissen den Wert des Unternehmens darstellt, die wissen der Risiken und halten sich zumindest in den sensiblen Bereichen fern von der Cloud. Meistens ist in solchen Unternehmen genügend finanzielle Kraft vorhanden, um sich eine eigene, sichere Cloud aufzubauen, um weltweit innerhalb eines solchen Konzerns Daten und WIssen auszutauschen.

FAZIT: Die Cloud umgibt uns von Tag zu Tag mehr und wird immer präsenter werden. Mit ein bisschen gesundem Menschenverstand kann die Cloud beruhigt genutzt werden. Oftmals sind die sozialen Medien wie Facebook sehr viel gefährlicher für den einzelnen, bieten solche Plattformen Angriffsmöglichkeiten (Mobbing, Trojaner, falsche Freunde) die oftmals schlimmer sind als ein paar verlorene Worddokumente.

Schreibe den ersten Kommentar

Schreibe einen Kommentar