Mal schnell ein paar DIAs digitalisieren…

Als ich an Weihnachten den Christbaumständer aus dem Keller holen wollte, ist mir aus dem Schrank ein grosser Koffer und jede Menge Plastikboxen – die DIA-Sammlung von Frau Mu entgegen gekommen. Da ich ja gerne digital arbeite, war mein erster Gedanke: die Bilder müssen in den PC rein, die sperrigen Kisten aus dem Schrank verschwinden.

Da ich das schon vernünftig machen wollte, ging zunächst die Suche nach fertigen Lösungen los.

Professionelle Lösungen mit Scannern, welche ganze Magazine scannen können, Kosten ein halbes Vermögen, etwa den Reflecta – der noch zu den günstigeren gehört: Produkt-Information

Also mal schnell zu den Einstiegsscannern gewechselt und die Rezessionen durchgelesen. Aber nach guten 3 Tagen bin ich kein bisschen schlauer. Durchweg alle Einstiegsscanner erhalten gleichmässig verteilt 1 – 5 Sterne, entsprechend unterschiedlich verhält es sich mit den Meinungen, etwa

oder der hier, der bestimmt aus China kommt und von verschiedenen Herstellern gelabelt wird, jeweils aber immer gleich aussieht mit gleichen technischen Daten.

Produkt-Information

Da ich, wie bereits erwähnt, gerne etwas Qualität erzielen wollte, war dann schnell klar, dass bei einem 35mm DIA mit 5 MegaPixel nicht allzu viel zu erwarten war.

Bei meiner weiteren Recherche bin ich dann auf ein Video bei Youtube gestoßen, in welchem ein PhotoLab angeboten wurde. Ich habe mich hier aber weniger für das professionelle Equipment interessiert, vielmehr um die Technik.
Hier wurde ein Gestell mit Kamera Halterung – ähnlich einem nach unten gerichteten Stativ – und einer 2-fachen Beleuchtung, jeweils links und rechts schräg von oben, welche es ermöglicht Papierbilder direkt mit der eigenen Spiegelreflexkamera zu digitalisieren.

Und so beiläufig wurde noch erwähnt, dass man mit einer Lichtplatte oder Leuchttisch auch Dias abfotografieren kann, wenn man ein passendes Makroobjektiv oder eine Vorsatzlinse verwendet.

Nun war meine Neugierde geweckt. Und da ich sowohl eine DSLR Canon 60D habe mit passsendem Makroobjektiv und Stativ sowieso, bin ich dann auf die Suche gegangen und habe mir kurz vor Weihnachten noch folgendes Gimmik bestellt:
Produkt-Information

Heute kam das gute Stück, aber so viel vorweg… ich habe das Teil nicht mal ausgepackt.
An Sylvester kam Julians Patentante mit Mann vorbei und wir haben uns über alle möglichen Dinge unterhalten, u.a. über mein DIA-Digitalisier-Projekt. Und als ich ihm von der Leuchtplatte erzähle und nebenbei auf meinem Kindle-Tablett surfe, fällt es mir wie Schuppen von den Augen… (oder waren es Haare)

Meine Güte, was ist den an einer LED-Leuchtplatte so viel ander als in meinem Tablett? Also schnell ein paar Dias aus dem Keller geholt und Stativ und Kamera aufgebaut.

Hier einer meiner ersten Versuche, das Dia liegt direkt auf dem Tablett, Helligkeit auf maximal und dann
DIA01-grossOriginal (reduziert auf 25% von originalgröße)
DIA01_Ausschnitt
und 100% Ausschnitt

Hier sieht man nun auf Anhieb, was das Problem ist. Trotz verschiedener Versuche mit Blende sind die einzelnen Bildpunkte deutlich zu erkennen, und leider nicht nur im Himmel, sondern auf dem gesamten Bild, wo es etwas heller ist. Klamotten, Schuhe, Gesichter u.s.w. So ein Mist…

Nun, eventuell ahnt ihr bereits, dass wir eine Lösung gefunden haben, da ich ja die Leuchtplatte nicht ausgepackt habe.

Erste Versuche mit Butterbrotpapier sind fehlgeschlagen (dummerweise habe ich dieses Testbild gleich wieder gelöscht). Hier waren zwar die Pixel des Tabletts nicht mehr zu sehen, dafür die „wolkige“ Melierung des Papiers. Netter Effekt, leider nicht gewünscht.

Dann die Lösung, Tiefenschärfe war die Schlußfolgerung, auch wenn es mit der Blende nicht gleich geklappt hat. Also was tun… klar, Abstand zum Tablett vergößern.

Zuerst habe ich mit Holzstäbchen und Heißkleb experimentiert, da gab es aber leider Lichtabschattungen am Rand.
Dann war ein erster erfolgreicher Versuch die Auflage des DIA auf meiner Tamron Sonnenblende, das sah dann mal so aus:
WP_20150101_013

Inzwischen habe ich dann noch ein paar Holzklözchen mit Heißkleb auf meiner Sonnenblende – ohh Tamron, vergib mir – befestigt, so dass ich nun einen festen Anschlag habe, so dass sich nun die DIAs im Schnelldurchgang ablichten ließen.

Leider sind die alten DIAs doch teilweise recht verstaubt, so dass ich mir noch ein Luftspray hole, um die DIAs abzublasen.
Aber bis auf weiteres entferne ich die ganzen Staub und Lichtflecken per PhotoShop, das geht auch zügig und da ich eh jedes Bild zur Helligkeitskorrektur und Beschneidung anfasse, kommt es darauf auch nicht mehr an.

Hier gibt es ein paar Ergebnisse zu betrachten, ich hoffe, der Aufwand hat sich gelohnt.
Liebe Grüße an alle Nachahmer, ich wünsche viel Spaß beim Digitalisieren.

Euer Horst

15_21490_1993_DIA 15_21551_1993_DIA 15_21586_1993_DIA

 

Schreibe den ersten Kommentar

Schreibe einen Kommentar